Aus München nach Berlin gezogen weil hier offen leben einfacher ist
Wir, 37 und 39, haben in München sieben Jahre offen gelebt und sind im Herbst nach Berlin gezogen, hauptsächlich aus diesem Grund. Es war in München nicht unmöglich, aber jeder Abend in der Szene fühlte sich an wie eine kleine konspirative Aktion. Wir kannten irgendwann jeden, jeder kannte uns, und wenn wir auf der Straße jemanden trafen, gab es diesen kurzen Blick "wir wissen voneinander". In Berlin haben wir das alles nicht mehr. Wir können in der S-Bahn rumknutschen, in einer Bar offen über unser Pärchen-Setup reden, ohne dass jemand zuckt. Aber ich merke auch, dass mir der enge Kreis aus München fehlt. Wie habt ihr den Übergang gemacht, von einer kleinen verschworenen Szene in eine große, anonymere? Ist das Anonymität ein Verlust oder eine Befreiung, je nachdem an welchem Tag man fragt?