Polyamorie-Aktivismus und Pärchen-Sein — passt das zusammen?
Wir engagieren uns seit drei Jahren in einer Berliner Polyamorie-Aktivistengruppe, machen Lesungen, Workshops, sind manchmal in der Presse. In unserer Aktivismus-Bubble sind wir bekannt. Gleichzeitig sind wir auch in der offenen Pärchen-Szene unterwegs, eher in Salons in Kreuzberg. Da gibt's zwei Welten, und ich merke zunehmend, dass die nicht ineinander passen. Aktivisten-Polyamorie ist sehr ideologisch, sehr verbal, sehr strukturiert. Die Pärchen-Szene ist viel pragmatischer, körperlicher, weniger politisch. Manche Aktivist*innen finden Pärchen-Salons "vom Konzept rückständig", weil dort das Pärchen im Zentrum bleibt. Ich finde beides legitim und brauche beides. Wie lebt ihr das, wenn ihr in mehreren Szenen unterwegs seid, die sich gegenseitig kritisch sehen?