wir glauben dass unser offenes verhältnis zur sexualität unsre kinder gut erzogen hat — wie seht ihr das, übertreibe ich
wir leben in basel, ich 58 mein mann 60, in der szene seit fünfzehn jahren. unsere zwei kinder sind jetzt erwachsen — vierunddreissig und einunddreissig — beide in stabilen beziehungen, beide gesprächig mit uns, beide haben offen mit uns über ihre eigenen beziehungs- und körperthemen geredet seit sie erwachsen sind. ich beobachte rückblickend dass die offenheit die wir als pärchen miteinander gelebt haben (ohne dass die kinder details mitbekommen haben) sich auf das familienklima übertragen hat. n erwachsenes verhältnis zu sexualität als gesundem teil des lebens, ne fähigkeit über grenzen und wünsche zu sprechen, ne ablehnung von scham als grunderfahrung. unsere tochter hat letztens beim besuch gesagt "mama, ich hab in meiner ehe weniger angst über sex zu reden weil bei uns zu hause sex nich n tabu war sondern n natürliches thema". ich glaub dass die pärchen-szene uns paradoxerweise zu reiferen eltern gemacht hat. wir mussten als ehepaar viel über kommunikation lernen, über grenzen, über ehrlichkeit. und das hat sich auf erziehung übertragen. wie seht ihr das — bilden andere pärchen sich das auch ein oder is das was reales? ich weiss dass das immer im rahmen bleiben muss — kinder sind nie teil von erwachsenen-themen, das is klar — aber das was wir als pärchen miteinander gelernt haben hat unsre familie geprägt.