Dit Selbstgespräch heute — wer bin ick — vergleicht sich krass mit dem von vor zehn Jahren
Mann, 47, aus Aachen. Vor zehn Jahren, als wir nach langem Hin und Her endlich in unseren ersten Club gegangen sind, hab ick n inneres Coming-out gehabt — also nich öffentlich aber mit mir selbst. Hab im Auto auf dem Rückweg geredet, mit mir selber, laut, wie n Verrückter, hab gedacht "okay, du bist jetzt jemand der dit macht, du wirst dit weitermachen, dit gehört jetzt zu dir". Dit war damals dramatisch. Hab geweint, gelacht, am nächsten Tag stundenlang nachgedacht. Heute, zehn Jahre später, n paar hundert Erfahrungen reicher, klingt dit Selbstgespräch ganz anders. Es is leiser, ruhiger, fast langweilig. "Ja klar, ick bin Lifestyler, was sonst." Dit Ringen is weg. Und dit verwirrt mich n bisschen — bin ick angekommen oder hab ick irgendwo dit Brennen verloren? Wie erleben andere lange Lifestyler ihren inneren Dialog über die Jahre?