Saßen wir um zwei Uhr nachts in der Küche und er sagte: ich will eine offene Ehe

Saßen wir um zwei Uhr nachts in der Küche und er sagte: ich will eine offene Ehe. Einfach so. Zwischen der zweiten Flasche Riesling und dem Moment wo das Kind oben kurz aufgewacht ist und wieder eingeschlafen. Er hat es nicht romantisch verpackt, nicht entschuldigend, einfach gesagt wie man sagt dass die Spülmaschine kaputt ist. Ich bin 38, er 41. Vierzehn Jahre zusammen, zwei Kinder (9 und 5), beide Vollzeit berufstätig — ich Hebamme an der Charité, er Architekt in einem Büro in Mitte. Sex zwischen uns ist nicht das Problem. Wir haben Sex. Nicht häufig wegen der Kinder aber wenn dann gut. Er sagt, er hat in den letzten Jahren gemerkt dass er sich 'zugemacht' hat. Dass er nichts begehrt hat ausser mir und das fühlt sich für ihn nicht mehr wie Treue an sondern wie Verarmung. Er hat NICHT jemanden im Sinn. Behauptet er. Das Wort 'Verarmung' geht mir seit drei Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Hat jemand das mal von der erlebenden Seite mitgemacht — die Partnerin die sich gefragt hat ob die offene Ehe für ihn oder mit ihr ist?

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