Wirtschaftsjournalist FAZ-Konzern Frankfurt — Pärchen-Szene, journalistische Glaubwürdigkeit, mein Spagat

Ich bin Wirtschaftsjournalist im FAZ-Konzern (nicht direkt FAZ aber im Verbund), Frankfurt, recherchiere viel zu Banking und Wirtschaftskriminalität. Meine Frau ist Lektorin in einem Verlag. Wir sind seit vier Jahren in der Szene aktiv. Mein berufliches Problem ist eigen: ich treffe als Journalist Banker, Vorstände, Politiker — Menschen denen ich kritisch begegnen muss, schreiben muss, manchmal hart. Wenn ich auf einer privaten Veranstaltung einen Vorstand sehen würde den ich am Montag interviewen muss, wäre die journalistische Distanz gefährdet. Schon umgekehrt: wenn ein von mir interviewter Banker mich in einem Club sähe, hätte er Material gegen mich. Im Journalismus heißt das 'Quellen-Verschmelzung' und ist berufsethisch problematisch. Gleichzeitig liebt meine Frau die Szene und für unsere Ehe ist es wichtig. Wie balanciert ihr Journalisten oder andere Watchdog-Berufe das? Strikte Stadt-Trennung? Ganz aufhören? Oder akzeptieren dass die Welt klein ist und Distanz nicht in Reinheit erreichbar?

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